Ledersohlen richtig pflegen: Schutz von unten

Hochwertiges Schuhwerk ist meist mit einer Ledersohle ausgestattet. Diese bietet exzellente Atmungsaktivität und passt sich mit der Zeit perfekt dem Gang des Trägers an. Um diese positiven Eigenschaften und die Flexibilität der Sohle langfristig zu erhalten, ist eine regelmäßige Behandlung mit speziellem Sohlenöl unerlässlich.

Die erste Einlaufphase

Bevor eine Ledersohle zum ersten Mal geölt wird, sollte sie eingetragen werden. Während dieser ersten Phase verdichtet sich das Fasergewebe des Leders durch den Druck beim Gehen und die Oberfläche raut sich leicht auf. Erst jetzt ist das Material optimal aufnahmefähig für die Pflege.

Tipp gegen Rutschgefahr: Sollten fabrikneue Ledersohlen anfangs zu glatt sein, kann vorsichtiges Aufrauen mit etwas Sandpapier für sofortigen Grip sorgen.

Die Sohlenölkur: Schritt für Schritt

Die Behandlung mit Ledersohlenöl dient dazu, die Biegeelastizität zu erhalten. Durch den Kontakt mit feuchten Untergründen werden natürliche Fette und Öle im Laufe der Zeit aus dem Leder ausgewaschen – die Sohle wird hart und spröde.

  • Vorbereitung: Die Sohle muss sauber und vollständig trocken sein.
  • Vorsicht beim Auftrag: Achten Sie penibel darauf, dass kein Öl an das Oberleder gelangt. Ölflecken auf Schaftledern sind dauerhaft und lassen sich kaum entfernen.
  • Sättigung: Mit einem Pinsel oder einem weichen Lappen wird das Öl so oft hintereinander aufgetragen, bis das Leder gesättigt ist und kein weiteres Öl mehr aufsaugt.
  • Aushärten: Stellen Sie die Schuhe nach dem Ölen auf eine kunststoffbasierte Unterlage (z. B. eine aufgeschnittene Tragetasche). So verhindern Sie, dass überschüssiges Öl Böden oder Teppiche verunreinigt.

Intervalle und Wirkung

Die Ölkur macht die Sohle nicht primär wasserdicht (gute Sohlen sind dies konstruktionsbedingt bereits), sondern bewahrt sie vor dem Brechen.

  • Grundbehandlung: Nach der ersten Einlaufphase erfolgt die intensive Sättigung.
  • Auffrischung: In den folgenden Monaten reicht eine kleine Menge Öl aus.
  • Saisonale Anpassung: In der trockenen Jahreszeit genügt meist eine einmalige Auffrischung. In der nasskalten Jahreszeit empfiehlt sich – je nach Häufigkeit des Nässekontakts – eine Behandlung alle zwei bis drei Monate.
Mit freundlicher Unterstützung von Rainer Ersfeld.

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